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Birma-Katzen
Birmakatze Seal-Point
Die Birmakatze (nicht zu verwechseln mit der kurzhaarigen
Burmakatze, obgleich Birma nur eine andere Schreibung von
Burma ist) wurde 1925 in Frankreich anerkannt, gelangte aber
erst in den sechziger Jahren nach England und Amerika. Heute
ist sie überall beliebt und anerkannt. Diese Rasse
wurde angeblich 1919 nach Frankreich eingeführt, und
zwar durch zwei Soldaten, die von den Priestern eines
Tempels in Indochina, denen sie während eines Aufstands
zu Hilfe gekommen waren, ein Pärchen zum Geschenk
erhielten. Eine der beiden Katzen starb auf der Heimreise,
doch die andere, eine trächtige Kätzin, kam nach
Frankreich und begründete dort die Zucht.
Die Birmakatze wird manchmal auch als »Heilige Katze
von Birma« bezeichnet, weil man sie dem
jahrhundertealten Typ der Tempelkatzen zurechnet. Einer
Legende zufolge, die im Kreis der Katzenliebhaber kursiert
und möglicherweise auf birmesische Quellen
zurückgeht, lebte in den Tagen vor dem Auftreten des
Gautama Buddha im Tempel von Lao-Tsun eine weiße
Katze, die den Oberpriester jedes Mal begleitete, wenn er im
Tempel die blauäugige goldene Göttin Tsun-Kyan-Kse
anbetete. Als sich die Priesterschaft eines Tages vor dem
Bild der Göttin eingefunden hatte, wurde der Tempel
überfallen und der Oberpriester getötet. Als sein
Geist ihn verließ, sprang die Katze auf den Kopf des
Toten, und die versammelten Mönche sahen zu, wie sich
das Fell des Tiers in das Gold der Göttin verwandelte;
seine Augen wurden saphirblau, und die Ohren und Beine
nahmen die Farbe der fruchtbaren Erde an. ausgenommen die
Stellen, wo die Pfoten das Silberhaar des greisen Priesters
berührten. Der Geist des alten Mannes war in die Katze
übergegangen, und die Göttin hatte dem Tier ihre
herrlichen Farben verliehen. Die Katze wandte sich vom Bild
der Göttin ab und dem Eingang des Tempels zu, hinter
dem bereits die Schritte der feindlichen Soldaten zu
hören waren. Durch dieses Zeichen der Göttin
ermutigt, schlugen die Mönche die Eindringlinge
zurück und retteten ihren Tempel. Bald darauf nahmen
auch die übrigen Tempelkatzen die heiligen Farben an.
Ob man dieser Geschichte Glauben schenkt oder nicht, die
Birmakatze hat jedenfalls ein golden schimmerndes beiges
Fell, leuchtend blaue Augen, schwarzbraune Abzeichen an
Gesicht, Schwanz und Beinen sowie weiße
»Schuhe« an allen vier Pfoten, die hinten an der
Sohle in einer Spitze enden.
Im Wuchs unterscheidet sich die Birmakatze von den meisten
Langhaarkatzen. Ihr Körper sollte lang und niedrig sein
und auf kurzen, stämmigen Beinen ruhen. Der Schwanz ist
ziemlich lang und sehr dicht behaart. Der Kopf ist breit,
rund und kräftig gebaut, vollwangig und oberhalb der
Augen leicht abgeflacht. Das seidige und am Bauch leicht
gekräuselte Fell ist lang und bildet eine schöne,
volle Krause aus. Der Nasenspiegel soll zur Sealfarbe der
Abzeichen passen, und die Ballen sind rosa gefärbt.
Birmakatze Blue-Point
Diese Variante entspricht dem schwarzbraunen Grundtyp, nur
dass Maske, Ohren, Schwanz und Beine blaugrau und der
Nasenspiegel schiefergrau gefärbt sein sollen. Alle
Birmakätzchen kommen mit einem einheitlich hellen Fell
zur Welt; die dunklen Abzeichen entwickeln sich erst nach
mehreren Wochen.
Quelle: Howard Loxton, Katzenrassen der Welt,
BLV-Verlagsgesellschaft mbH, München 1976
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