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  vom 27.09.2009
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Wissen: Tierpflege
 
 
Wurmbefall und Entwurmung bei Hund und Katze

von Tierarzt Dr. Schulze Lammers, Fachtierarzt für kleine Haustiere, Mannesmannstraße 11, 58455 Witten


Dass sich frei laufende Hunde und Katzen beim Stöbern und Schnuppern immer wieder mit Wurmeiern infizieren können, ist für jeden von uns einleuchtend. Dass sie daher in regelmäßigen Abständen entwurmt werden sollten, ist also auch nichts Neues.
 

Wie oft entwurmen?
Neu angeschaffte Hunde- und Katzenwelpen: regelmäßig, d. h. bei der Anschaffung, dann alle 4 Wochen bis zum 6. Lebensmonat. Im Idealfall entwurmt man auch erwachsene Tiere zwei- bis viermal im Jahr.
Bedenken Sie: Wurmkuren sind nicht teuer; sie sind nicht schädlich (Würmer dagegen schon!) und Hand aufs Herz: Wer wäscht sich schon jedes Mal die Hände, nachdem er sein Tier angefasst hat? Niemand. Wir tun es privat auch nicht. Schließlich hat man so ein Tier ja unter anderem zum Streicheln, Spielen und Knuddeln.
 

Und wie sieht es aus, wenn man sein Tier ausschließlich in der Wohnung hält und alles, aber auch alles für eine super hygienische Haltung tut? Auch dann wird Ihr Liebling von Zeit zu Zeit Würmer haben. Und das funktioniert so:
 

Die Welpen nehmen mit der Muttermilch mikroskopisch kleine Vorstufen der Spulwürmer, die sog. Larven auf. Larven sind ein Zwischenstadium zwischen dem Wurmei und dem fertigen Wurm. Diese Wurmlarven gelangen mit der Milch in den Körper der Katzen- und Hundewelpen, verteilen sich im ganzen Organismus, in die Lunge, in Muskelgewebe, etc. und harren dort ihrer Stunde. Von Zeit zu Zeit reift dann ein Schwung solcher Larven zu fertigen Würmern heran, und schon hat Ihr Tier, aus heiterem Himmel und trotz aller menschlichen Vernunft einfach Würmer.
 

Wenn Ihr Tier auch noch ein erfolgreicher Mäusejäger ist oder einmal Flöhe hatte, dann wird es sich dadurch zusätzlich auch noch mit Bandwürmern infizieren. Gewöhnliche Bandwürmer sind 0,5 bis 1,5 m lang und sie fressen dem Wirtstier, also Ihrem Liebling, mit großem Appetit das Beste aus seinem Futter weg. Sie nehmen mit Vorliebe Vitamine, vorzugsweise die aus der B-Gruppe, und da wundert es nicht, wenn ein Tier mit Bandwurmbefall wie ein Scheunendrescher dagegen anfrisst und trotzdem mager, struppig und glanzlos dabei bleibt. Der Echinococcus granulosus, der Fuchsbandwurm, ist zwar sehr viel kleiner, dafür kann er aber auch uns Menschen ernsthaft gefährlich werden.
 

Was ist also konkret zu tun?
Katzen- und Hundewelpen entwurmen:
Bei der Anschaffung, dann alle 4 Wochen bis zum 6. Lebensmonat gegen Spulwürmer. Bei Flohbefall oder sonstigem Verdacht auf Bandwürmer auch gegen diese.
 

Erwachsene Tiere entwurmen:
Routinemäßig zwei-, besser viermal im Jahr gegen Spulwürmer. Gute Mäusefänger oder Tiere mit Flohbefall auch gegen Bandwürmer. Frei laufende erwachsene Katzen sollten in der „Mäusesaison“ alle sechs Wochen eine Bandwurmkur erhalten.
 

Merken!
Eine der zwei empfohlenen Wurmkuren jährlich mit der Impfung als Injektion oder Medikament zum Eingeben verabreichen lassen. Die weitere Entwurmung nach 6 Monaten, dann per Tabletten oder Paste. Somit werden über das Jahr mit 2 verschiedenen Präparaten praktisch alle Wurmarten erreicht.

 

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