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Wurmbefall und Entwurmung bei Hund und Katze
von Tierarzt Dr. Schulze Lammers, Fachtierarzt für
kleine Haustiere, Mannesmannstraße 11, 58455 Witten
Dass sich frei laufende Hunde und Katzen beim Stöbern
und Schnuppern immer wieder mit Wurmeiern infizieren
können, ist für jeden von uns einleuchtend. Dass
sie daher in regelmäßigen Abständen entwurmt
werden sollten, ist also auch nichts Neues.
Wie oft entwurmen?
Neu angeschaffte Hunde- und Katzenwelpen:
regelmäßig, d. h. bei der Anschaffung, dann alle
4 Wochen bis zum 6. Lebensmonat. Im Idealfall entwurmt man
auch erwachsene Tiere zwei- bis viermal im Jahr.
Bedenken Sie: Wurmkuren sind nicht teuer; sie sind nicht
schädlich (Würmer dagegen schon!) und Hand aufs
Herz: Wer wäscht sich schon jedes Mal die Hände,
nachdem er sein Tier angefasst hat? Niemand. Wir tun es
privat auch nicht. Schließlich hat man so ein Tier ja
unter anderem zum Streicheln, Spielen und Knuddeln.
Und wie sieht es aus, wenn man sein Tier
ausschließlich in der Wohnung hält und alles,
aber auch alles für eine super hygienische Haltung tut?
Auch dann wird Ihr Liebling von Zeit zu Zeit Würmer
haben. Und das funktioniert so:
Die Welpen nehmen mit der Muttermilch mikroskopisch kleine
Vorstufen der Spulwürmer, die sog. Larven auf. Larven
sind ein Zwischenstadium zwischen dem Wurmei und dem
fertigen Wurm. Diese Wurmlarven gelangen mit der Milch in
den Körper der Katzen- und Hundewelpen, verteilen sich
im ganzen Organismus, in die Lunge, in Muskelgewebe, etc.
und harren dort ihrer Stunde. Von Zeit zu Zeit reift dann
ein Schwung solcher Larven zu fertigen Würmern heran,
und schon hat Ihr Tier, aus heiterem Himmel und trotz aller
menschlichen Vernunft einfach Würmer.
Wenn Ihr Tier auch noch ein erfolgreicher
Mäusejäger ist oder einmal Flöhe hatte, dann
wird es sich dadurch zusätzlich auch noch mit
Bandwürmern infizieren. Gewöhnliche
Bandwürmer sind 0,5 bis 1,5 m lang und sie fressen dem
Wirtstier, also Ihrem Liebling, mit großem Appetit das
Beste aus seinem Futter weg. Sie nehmen mit Vorliebe
Vitamine, vorzugsweise die aus der B-Gruppe, und da wundert
es nicht, wenn ein Tier mit Bandwurmbefall wie ein
Scheunendrescher dagegen anfrisst und trotzdem mager,
struppig und glanzlos dabei bleibt. Der Echinococcus
granulosus, der Fuchsbandwurm, ist zwar sehr viel kleiner,
dafür kann er aber auch uns Menschen ernsthaft
gefährlich werden.
Was ist also konkret zu tun?
Katzen- und Hundewelpen entwurmen:
Bei der Anschaffung, dann alle 4 Wochen bis zum 6.
Lebensmonat gegen Spulwürmer. Bei Flohbefall oder
sonstigem Verdacht auf Bandwürmer auch gegen diese.
Erwachsene Tiere entwurmen:
Routinemäßig zwei-, besser viermal im Jahr gegen
Spulwürmer. Gute Mäusefänger oder Tiere mit
Flohbefall auch gegen Bandwürmer. Frei laufende
erwachsene Katzen sollten in der
„Mäusesaison“ alle sechs Wochen eine
Bandwurmkur erhalten.
Merken!
Eine der zwei empfohlenen Wurmkuren jährlich mit der
Impfung als Injektion oder Medikament zum Eingeben
verabreichen lassen. Die weitere Entwurmung nach 6 Monaten,
dann per Tabletten oder Paste. Somit werden über das
Jahr mit 2 verschiedenen Präparaten praktisch alle
Wurmarten erreicht.
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