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Was Sie über Flöhe wissen sollten
von Tierarzt Dr. Schulze Lammers, Fachtierarzt für
kleine Haustiere, Mannesmannstraße 11, 58455 Witten
Es gibt wohl kaum einen Hund und nur wenige Wohnungskatzen,
die noch nie Flöhe hatten. „Igittigitt”
möchten Sie jetzt vielleicht sagen: „Aber wir
pflegen doch unser Tier! Und unsauber sind wir auch nicht
...” Natürlich nicht. Der Flohbefall von Hund und
Katze hat damit auch gar nichts zu tun. Auch das
gepflegteste Tier kann von diesen Untermietern befallen
werden. Und das funktioniert so:
Nehmen wir einmal an, irgendein Wirtstier (ein Igel im
Garten, ein fremder Hund auf der Wiese, ein Wildkaninchen,
sogar Vögel) hätte einige Flöhe. Die
Flöhe verlassen es nicht, denn sie sind wirtstreu. Aber
ein einziges Flohweibchen produziert täglich etwa 30
Eier, im Schnitt also bis ca. 3.000 Eier im Verlauf eines
Flohlebens. Diese Eier fallen nun aus dem Fell des
befallenen Tieres herunter, denn sie sind ja nicht klebrig
und können sich auch sonst nicht festhalten. Sie fallen
also herunter, auf den Rasen, auf die Wiese, wohin auch
immer. Daraus entwickeln sich Flohlarven, dann Puppen und
schließlich neue Flöhe. Und was glauben Sie, was
die tun? Genau, sie warten hungrig und sehnsüchtig
darauf, dass Ihr Tier vorbeikommt. Sie springen auf das neue
Wirtstier, nehmen die erste Blutmahlzeit und beginnen sofort
mit dem Eierlegen. Diese Eier fallen aus dem Fell herunter,
auf den Rasen, auf die Wiese, auf den Teppichboden... Und
der ganze Kreislauf beginnt von neuem.
Natürlich werden Sie die Flöhe, wenn sie einmal da
sind, bekämpfen. Ihr Tier bekommt ein Flohhalsband,
wird eingesprüht oder ähnliches. Und dennoch, ist
Ihre Wohnung erst einmal mit Floheiern infiziert, scheint
der Alptraum häufig kein Ende nehmen zu wollen. Immer
neue Flohgenerationen wachsen heran und manches Mal bedarf
es größerer Anstrengungen und noch
größerer Mengen von Sprays und sonstiger
Mittelchen, um solch eine Wohnung wieder flohfrei zu
bekommen.
Aber Vorsicht, viele dieser Mittel sind nicht ganz
ungefährlich. Wenn man sie benutzen muss, dann ist es
wichtig, es effektiv und kontrolliert zu tun. So, dass mit
einer möglichst unbedenklichen Menge des Wirkstoffs die
maximale Wirkung erzielt wird.
Noch besser ist es freilich, wenn es zu einer
Flohinfestation (also zu einer Verseuchung Ihrer Wohnung mit
Floheiern) gar nicht erst kommt.
Unsere Empfehlung daher:
Möglichst bereits im zeitigen Frühjahr mit einer
vorbeugenden Strategie beginnen.
Monatliche Gaben einer Tablette (Hund) oder einer
Suspension (Katze) oder eine Injektion bei Katzen, die
für einen Zeitraum von 6 Monaten hält, sorgen
dafür, dass die Flöhe, die Ihr Tier eventuell
befallen, unfruchtbar werden. Dieses Mittel ist für Ihr
Tier und für seine Menschen unschädlich. Es
tötet Flöhe allerdings nicht ab, sondern wirkt
vielmehr wie eine Art „Floh-Antibabypille˝. Es sorgt
jedoch giftfrei dafür, dass sich in Ihrer Wohnung keine
Flöhe vermehren können.
Von Zeit zu Zeit, besonders im Sommer, wird es
wahrscheinlich trotzdem nötig sein, Ihr Tier auch vor
erwachsenen Flöhen zu schützen.
Bei der Wahl eines geeigneten Mittels sollten allerdings die
Rasse, die Lebensgewohnheiten, das Alter und der
Gesundheitszustand des Tieres berücksichtigt werden,
ebenso wie die Jahreszeit, das Vorhandensein von Kindern in
der Familie und schließlich die Art und Beschaffenheit
der Bodenbeläge der Wohnung. Es gibt also viel zu
bedenken dabei, will man sich und sein Tier nicht
unnötig giftigen Stoffen aussetzen.
Und weil gerade diese Materie gar nicht so einfach ist, wie
man vielleicht denkt, sollten Sie sich unbedingt kompetent
beraten lassen.
Wir sind für Sie und Ihr Tier da. Auch wenn es um
Flöhe geht.
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