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Kastration - Sterilisation
Definitionen, Unterschiede, Ratschläge
Von Vereinstierarzt Siegfried Finke, Bochum
Jeder Tierarzt kennt es aus der täglichen Praxis:
Die Frage nach dem Unterschied zwischen Kastration
und Sterilisation. Viele Tierbesitzer sind
verunsichert, weil sie unterschiedliche Meinungen und
Vorstellungen über Kastration und Sterilisation kennen.
Im folgenden sollen die Unterschiede herausgestellt und
erläutert und Ratschläge erteilt werden.
Grundsätzlich ist bei beiden Geschlechtern sowohl eine
Kastration als auch eine Sterilisation möglich.
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KASTRATION
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STERILISATION
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DEFINITION
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Entfernung der Keimdrüsen. Das bedeutet beim
männlichen Tier Entfernung der Hoden, beim
weiblichen Tier Entfernung der Eierstöcke und bei
Hündinnen Entfernung der Gebärmutter
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Das Tier wird unfruchtbar gemacht. Das bedeutet beim
männlichen Tier die Durchtrennung der Samenleiter,
beim weiblichen Tier Durchtrennung der Eileiter
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BEDEUTUNG
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Die Tiere werden unfruchtbar, und das Sexualverhalten ist
unterbunden. Männliche Tiere zeigen kein
Markierverhalten mehr, die Aggressivität wird
reduziert; Rüden laufen nicht mehr weg. Weibliche
Tiere zeigen keine Brunst (Hitze, Rolligkeit) mehr.
Gebärmutterentzündungen sind ausgeschlossen,
und die Gefahr von Tumoren des Gesäuges nimmt
deutlich ab. Hündinnen werden nicht mehr
scheinschwanger.
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Die Tiere sind nur unfruchtbar. Das Sexualverhalten ist
unverändert. Das Risiko von Gesäugetumoren und
Gebärmutterentzündungen ist unverändert
hoch
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HÄUFIGKEIT
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In der Tiermedizin häufig durchgeführt
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In der Tiermedizin sehr selten durchgeführt
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WARUM?
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Beim Rüden: bei unerwünschtem Verhalten
(Markieren, Dominanz-aggression, Streunen)
Beim Kater: Unerwünschtes Verhalten, Geruch
(Markieren, Raufereien etc.)
Bei der Katze: Zur Verhinderung der unkontrollierten
Vermehrung, zur Gesundheitsprophylaxe, zur Verhinderung
der Rolligkeit.
Bei der Hündin: Zur Verhinderung der
unkontrollierten Vermehrung.
Kastrierte Tiere haben statistisch gesichert eine etwa 1
Jahr längere Lebenserwartung als unkastrierte!
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Beim Tier kein vernünftiger Grund
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FOLGEN
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Durch die hormonelle Umstellung sinkt der Grundumsatz.
Die Tiere benötigen weniger Energie, d.h. die
Fütterung muss reduziert werden. Wenn dies
konsequent durchgeführt wird, ist keine Zunahme des
Gewichtes zu befürchten. Bei großen
Hündinnen kommt es sehr selten zu einer gewissen
Urininkontinenz, die aber mit Medikamenten gut
beeinflußbar ist.
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keine
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OPERATION
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Beim Rüden:
Beide Hoden werden entfernt, die Haut wird zugenäht.
Beim Kater:
Beide Hoden werden entfernt, die Haut wird nicht
zugenäht.
Bei der Katze:
Durch einen kleinen Bauchschnitt werden beide
Eierstöcke und die Spitze der Gebärmutter
entfernt.
Bei der Hündin:
Durch einen Bauchschnitt werden beide Eierstöcke und
die Gebärmutter entfernt. (Totaloperation).
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Männliche Tiere: Ca. 1 cm des Samenleiters wird auf
beiden Seiten entfernt.
Weibliche Tiere: Die Eileiter werden durch-trennt und ca.
1 cm auf beiden Seiten davon entfernt.
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WARUM LEBEN KASTRIERTE TIERE LÄNGER?
Statistisch nachgewiesen leben kastrierte Tiere im
Durchschnitt etwa 1 Jahr länger als unkastrierte. Die
Ursache ist für das jeweilige Geschlecht und die
Tierart spezifisch.
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RÜDE
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Die längere Lebenserwartung kastrierter Rüden
hat keine medizinische Ursache. Es liegt wohl daran,
daß kastrierte Rüden weniger aggressiv sind
und somit seltener ein Anlaß für eine
Euthanasie aus Verhaltensgründen besteht.
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KATER
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Kastrierte Kater (Freiläufer) leben deshalb
länger, weil sie sich weniger oft mit Artgenossen
prügeln und somit seltener an Kampfverletzungen oder
an unheilbaren, beim Kämpfen übertragenen
Virusinfektionen (Leukose, FIV, FIP) sterben.
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HÜNDIN
und KATZE
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Für die Hündin ist die Kastration, wenn sie
früh erfolgt, deshalb lebensverlängernd, weil
häufige Krankheiten älterer Hündinnen
(Gebärmuttervereiterungen, Geschwülste der
Milchdrüsen) seltener oder nicht mehr vorkommen
können.
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