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Tollwut
Von Vereinstierarzt Dr. med. vet. Jochen Schulze
Lammers, Witten
Die Tollwut ist eine virusbedingte Infektionskrankheit des
zentralen Nervensystems, die für alle Säugetiere,
auch für den Menschen tödlich verläuft. Der
Erreger ist ein Virus (Rhabdovirus), das sehr unempfindlich
ist und sich in seiner Umgebung sehr lange hält. Die
Übertragung erfolgt fast ausschließlich durch den
Biss infizierter Wildtiere, z. B. Füchse; die Tollwut
kann aber auch durch andere infizierte Tiere übertragen
werden. Das Virus gelangt mit dem Speichel in die Wunde und
wandert entlang der Nerven in des zentrale Nervensystem, bei
Bissen ins Gesicht auch direkt ins Gehirn. Auf dem Weg
entlang der Nervenzellen sowie auch im Gehirn findet eine
starke Vermehrung statt. Erreicht das Virus das Gehirn,
finden dort umfangreiche Veränderungen statt. Als
Symptome treten Verhaltensänderungen,
Aggressivität, Beißwut und Raserei oder
Teilnahmslosigkeit und anschließend
Lähmungserscheinungen auf. Die einzelne
Ausprägungsform ist davon abhängig, welche
Gehirnregion betroffen ist.Das Virus wandert weiterhin aus
dem zentralen Nervensystem entlang der Nervenbahnen wieder
in Richtung der Speicheldrüsen und wird so bei einem
Biss weiter übertragen.
Die Tollwut zählt zu den gefährlichsten
Infektionskrankheiten für Mensch und Tier, da sie
unheilbar ist.
Erkrankte Tiere dürfen nicht behandelt werden, das
Vorkommen dieser Erkrankung ist anzeigepflichtig und
unterliegt staatlichen Kontrollen. Es dauert unterschiedlich
lange, bis nach einem Biss durch ein tollwütiges Tier
erste Anzeichen einer Erkrankung auftreten (Inkubationszeit
14-60 Tage). Die Krankheit verläuft dann in
verschiedenen Ausprägungsformen über 1-8 Tage und
führt zum Tod des Tieres. Nachgewiesene
Tollwutfälle sind bei Katzen etwa 3-4x häufiger
beschrieben als beim Hund.
Zu empfehlen ist die regelmäßige Schutzimpfung
von gefährdeten Tieren, die jährlich wiederholt
werden muss. Eine gesetzlich gültige Impfung besteht,
wenn die Impfung mindestens 4 Wochen und höchstens 12
Monate zurückliegt.
Die Impfung dient zum einen dem Schutz des Tieres, das im
Verdachtsfall ohne gültige lmpfung eingeschläfert
oder zur Beobachtung in Quarantäne genommen werden
muss. Wichtiger ist jedoch der Schutz des Menschen.
Bei Verdacht auf Kontakt mit einem tollwutkranken Tier
sollte sofort ein Tierarzt bzw. ein Arzt aufgesucht worden.
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