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Borreliose und Borreliose-Impfung des Hundes
Von Vereinstierarzt Dr. med. vet. Jochen Schulze
Lammers, Witten
Die
Borreliose ist eine durch Zecken übertragene
bakterielle Infektion, Hauptüberträger ist die in
Deutschland weit verbreitete Zecke „Ixodes ricinusĖ.
Die Krankheit beginnt oft erst Tage oder Wochen, nachdem die
Zecke gesaugt hat. Zu Beginn zeigen sich beim Hund wenig
markante Symptome, wie sie im
Anfangsstadium vieler Infektionskrankheiten auftreten:
Mattigkeit, Appetitlosigkeit, Fieber. Die dann einsetzenden
Gelenkentzündungen lassen schon eher einen Verdacht auf
Borreliose aufkommen. Meist sind verschiedene Gelenke
wechselnd betroffen, vor allem die Gelenke an den Vorder-
und Hintergliedmaßen.
Aufgrund der sehr schmerzhaften Schwellungen beginnt der
Hund zu lahmen, besonders nach dem Aufstehen. Im weiteren
Verlauf können auch Nervensystem, Herz, Nieren und
andere Organe geschädigt werden.
Das Risiko einer Ansteckung herrscht
praktisch überall, wo Zecken sind. Mancherorts
trägt jede dritte Zecke den Erreger in sich. Die Zecke
lauert besonders in Laub- und Mischwäldern, an
Waldrändern und Lichtungen mit großwüchsigen
Gräsern, in buschreichen Gegenden, aber auch in
städtischen Parks und naturnahen Hausgärten.
Zeckensaison
ist von März bis Oktober mit Höhepunkten im
Frühjahr und Herbst. Gefährdet sind alle Hunde,
die sich in zeckenreichen Gebieten aufhalten.
Nach dem Schlupf aus dem Ei entwickelt sich die Zecke
über Larven und Nymphen zum erwachsenen Parasiten.
Jedes Stadium benötigt zur Weiterentwicklung eine
Blutmahlzeit. Zeckenlarven und Nymphen holen sich diese
bevorzugt bei Wald- und Wühlmäusen, welche als
Reservoir für die Borrelien dienen und selbst nicht
erkranken. Auf diese Weise nimmt die Zecke schon früh
die Erreger in sich auf.
Hat sich die infizierte Zecke beim Hund angesaugt, wandern
die Borrelien aus dem Mitteldarm der Zecke in die
Speicheldrüse. Die Erreger werden während der
Blutmahlzeit aktiviert. Beim Saugen injiziert die Zecke
ihren Speichel in die Haut des Wirtes und infiziert ihn so
mit den Borrelien. Je länger die Zecke saugt, um so
größer ist das Infektionsrisiko. Unter neuesten
Versuchsbedingungen erfolgt die Infektion erst 48 Stunden
nach Ansaugen der Zecke.
Da seit einigen Jahren eine Schutzimpfung in
Deutschland möglich ist, kann einer Erkrankung Ihres
Hundes durch Borreliose vorgebeugt werden.
Der Zeckenbefall
wird dadurch nicht verhindert.
Geimpft werden können Hunde ab der zwölften
Lebenswoche, auch trächtige Hündinnen.
Erstimpfung: Um einen ausreichenden Impfschutz zu erreichen,
muss Ihr Hund zweimal im Abstand von 3 bis 5 Wochen geimpft
werden.
Der
optimale Impfzeitpunkt liegt in der kalten Jahreszeit (von
Oktober bis Februar). Dadurch wird rechtzeitig vor dem
Aktivwerden der Zecken ein Impfschutz aufgebaut. Ein
Impfbeginn ist aber das ganze Jahr über jederzeit
möglich und sinnvoll.
Wiederholungsimpfungen: Zur Aufrechterhaltung des
Impfschutzes muss Ihr Hund spätestens 1 Jahr nach der
Grundimmunisierung erneut geimpft werden. Weitere
Wiederholungsimpfungen sind ebenfalls in jährlichem
Abstand fällig.
Bei besonders hohem Infektionsrisiko, z.
B.
• häufiger Aufenthalt in zeckenreichen Gebieten
• für Zecken besonders „attraktiverĖ Hund
• Jagdgebrauchshund
wird empfohlen, den Impfschutz halbjährlich
aufzufrischen.
Die Erreger lassen sich durch Untersuchung einer Hautprobe
nachweisen. Die Behandlung einer
Borreliose ist sehr aufwendig und langwierig und führt
nicht immer zum Erfolg. Ein einmal infizierter Hund kann
jederzeit wieder erkranken.
Eine
Vorbeugung des Zeckenbefalls mit bestimmten Antiparasitika
kann die Gefahr der Borrelioseinfektion erheblich mindern.
Wir empfehlen die Anwendung von Exspot-Tropfen während
der Zeckensaison alle 4 Wochen. Gleichzeitig wird auch ein
Schutz gegen Flöhe erreicht.
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