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Die Scheinträchtigkeit der Hündin
von Tierarzt Dr. Schulze Lammers, Fachtierarzt für
kleine Haustiere, Witten
Scheinträchtigkeit der Hündin - oft eine Qual
für Tier und Mensch
Die Scheinträchtigkeit ist ursprünglich ein ganz
natürlicher Vorgang. Bei den Wölfen, den Vorfahren
unserer Hunde, diente die Scheinträchtigkeit
nämlich der Arterhaltung im Rudel. Scheinträchtige
Wölfinnen übernahmen die Ammenfunktion für
andere, z. B. verwaiste Welpen und sicherten so deren
Überleben.
Im Gegensatz zum Menschen oder anderen Haustieren steht jede
nicht tragende Hündin nach ihrer Läufigkeit unter
dem gleichen hormonellen Einfluss wie während einer
Trächtigkeit Das heißt, es wird in beiden
Fällen das Schwangerschaftsschutzhormon Progesteron
gebildet. Das ist auch der Grund dafür, dass bei einer
Hündin kein Schwangerschaftstest im Blut oder Urin uns
beantworten kann, ob sie tragend ist oder nicht.
Die Seheinträchtigkeit tritt 4 bis 9 Wochen nach der
Läufigkeit auf, wenn das Progesteron das Wachstum der
Milchdrüse angeregt hat. Außerdem lässt es
die Hündin träger werden und regt ihren Appetit
an. Als hätte sie ihre Jungen geboren, kommt es in
dieser Zeit zur Milchbildung, gesteuert durch das Hormon
Prolaktin. Normalerweise bleibt die Milchproduktion gering
und das Gesäuge bildet sich nach ein paar Tagen
zurück. Viele Hündinnen leiden jedoch unter einer
hormonellen Fehlsteuerung, und durch die fortgesetzte
Prolaktinbildung kommt es zu einer anhaltenden Milchbildung.
Der dadurch entstehende Druckschmerz im Gesäuge ist
für die Hündin unangenehm. Zudem treten oft
unerwünschte Wesensveränderungen auf, die sich in
besonderer Anhänglichkeit oder gar auch ungewohnter
Aggressivität äußern können.
Treten die beschriebenen
„krankhaften“ Veränderungen auf, sollten
Sie sich von uns eine entsprechende Behandlung für Ihre
Hündin verordnen lassen:
• Bei den meisten Hündinnen verschaffen
homöopathische Injektionen schnelle Abhilfe. Die
Milchproduktion kommt zum Stillstand, das Gesäuge
schwillt wieder ab und das Verhalten der Hündin
normalisiert sich.
• Zur Unterstützung der Behandlung sollte der
Besitzer Spielzeuge, welche der Hündin als Welpenersatz
dienen, wegräumen und die Hündin durch viel
Bewegung ablenken.
• Bei stärkeren Symptomen können auch
hormonhaltige Tropfen verschrieben werden.
• Als Alternative kann auch die Kastration der
Hündin empfohlen werden, die dann eine endgültige
Lösung des Problems herbeiführt.
Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur
Verfügung.
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