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Die Kastration der Hündin
von Tierarzt Dr. Schulze Lammers, Fachtierarzt für
kleine Haustiere, Witten
Kastration bedeutet, dass in einer Operation beide
Eierstöcke entfernt werden. Zusätzlich entfernen
wir in dieser Operation die Gebärmutter. Eine
Sterilisation, bei der nur die Eileiter abgebunden werden,
ist bei der Hündin nicht üblich.
Gründe für eine Kastration
• Regelmäßig unnormal verlaufende
Läufigkeiten
• Regelmäßige Scheinträchtigkeit nach
der Läufigkeit
• Als Therapie einer Gebärmutterentzündung
• Bei Veränderungen an der Gebärmutter
• Zur Verhinderung unerwünschter Trächtigkeit
• Zur Therapie von Veränderungen am Gesäuge
• Mögliche Therapie eines Diabetes
Vor- und Nachteile der Kastration
Vorteile
• Einmaliger, i. d. R. komplikationsloser Eingriff
• Keine regelmäßigen Hormoninjektionen zur
Läufigkeitsunterdrückung
• Keine Gefahr einer Gebärmutterentzündung
• Bei früher Kastration Verminderung des Risikos
von Gesäugetumoren
• Keine Läufigkeit bzw. unerwünschte
Bedeckung mehr
Nachteile
• Eventuelle Gewichtszunahme (nur, wenn die
Fütterung nicht dem reduzierten Energiebedarf einer
kastrierten Hündin angepasst wird)
• Eventuelle Inkontinenz (ca. 5-10%, überwiegend
große Hunde, lässt sich i. d. R.
medikamentös therapieren)
• Gelegentlich Fellveränderungen (bevorzugt bei
langhaarigen Hunden, v. a. roter Langhaardackel, Cocker)
Zeitpunkt der Kastration
Wir empfehlen, mit der Kastration bis zum Alter von 6
Lebensmonaten zu warten, um eventuelle durch
Frühkastration bedingte Wesensveränderungen oder
Entwicklungsstörungen zu vermeiden.
Sinnvoll ist eine Kastration um den Zeitpunkt der ersten
bzw. zweiten Läufigkeit, weil durch die Kastration die
Entstehung von Gesäugetumoren um bis zu 90% reduziert
wird.
Eine Kastration kann zu jedem Zeitpunkt des Zyklus
durchgeführt werden.
Verlauf am OP-Tag
Die OP wird nach Terminvereinbarung am Vormittag
durchgeführt. Die Hündin sollte ab dem Abend
vorher nichts mehr gefressen haben. Nach einer
Allgemeinuntersuchung, bei der insbesondere die
Narkosefähigkeit untersucht wird, wird die Hündin
zur Operation vorbereitet.
Die Operation dauert inklusive der Narkose und der
Vorbereitung ca. 1,5 bis 2 Stunden, abhängig auch von
der Größe der Hündin.
Es werden sowohl die Eierstöcke als auch die
Gebärmutter chirurgisch entfernt.
Nach Absprache am OP-Tag können wir im Verlauf der
Narkose auch noch andere Eingriffe durchführen, wie z.
B. eine Zahnsanierung, eine HD-Aufnahme, eine Ohrbehandlung
usw.
Nach der Operation sollte die Hündin bis zum Aufwachen
noch bei uns in der Praxis bleiben, damit wir auch die
Aufwachphase komplett überwachen können. In der
Regel können Sie Ihre Hündin am Nachmittag wieder
abholen, in seltenen Fällen auch schon gegen Mittag.
Die OP-Wunde ist dann mit einem Pflaster versehen, und wir
haben der Hündin ein Antibiotikum sowie ein
Schmerzmittel gespritzt. Sie bekommen zur Sicherheit noch
Zäpfchen gegen die Schmerzen mit, i. d. R. reicht aber
die von uns verabreichte Injektion aus.
Zur Vorsicht geben wir auch einen Halskragen mit, den Sie
der Hündin aufsetzen können, falls sie versuchen
sollte, an der Wunde zu lecken.
Nachbehandlung
Am 2. Tag nach der OP führen wir eine Wundkontrolle
durch, bei der nochmals ein Antibiotikum verabreicht wird.
Ist die Wundheilung zufrieden stellend, werden dann etwa
8-10 Tage nach der Kastration die Fäden gezogen.
Normalerweise kann die Hündin am 2. Tag nach der
Kastration wieder normal spazieren gehen und auch Treppen
steigen.
Für weitere Fragen stehen wir jederzeit zur
Verfügung.
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